Buchtipp: Marc-Uwe Kling, Känguru-Apokryphen

Wolf Sander

 

Zugabe!

 

Ich hatte ja gedacht: nach den Känguru-Chroniken, dem Känguru-Manifest und der Känguru-Offenbarung – wie kann es weitergehen? Kann Marc-Uwe Kling den Absprung schaffen aus dem selbsterschaffenen Känguru-Universum?

 

Ja, er konnte und schuf „Qualityland“. Mehr dazu an anderer Stelle.

 

Und jetzt die „Känguru-Apokryphen“ von Marc-Uwe Kling. Um es vorwegzunehmen: Es gibt nichts Neues im Känguru-Universum, keine neuen Mitbewohner, keine neuen Anspielungen. Marc-Uwe ist immer noch auf dem Trip ernstzunehmender Künstler, dessen Qualitäten leider nicht erkannt werden. Und Känguru darf vorführen wie beschränkt Marc-Uwe ist, wie klug es selber ist und dass es meistens Schnick-Schnack-Schnuck gewinnt, ist ja auch kein Glücksspiel sondern Intelligenzleistung.

 

Doch, eine Neuerung gibt es Open-Schnick-Schnack-Schnuck. Der eine oder andere witzige Anti-Terror-Anschlag des Asozialen Netzwerk ist zu belachen und Kängurus hellsichtige Analyse der Welt kopfnickend zu goutieren. Aber neue Entwicklungen – Fehlanzeige. Eben eine Zugabe, kennt man ja aus den Kleinkunst-Veranstaltungen.Und doch: ich habe das Buch ganz gelesen, selbstdiszipliniert in kleinen Häppchen zur Entspannung; ist nicht sehr dick, das Buch, muss man sich einteilen. 

 

Resümee: ein „must have“ für die Fans; Einstiegsdroge für den in Unwissen weilenden Rest der Welt. Ich glaube Känguru würde sagen: „Es ist nie zu spät, sich auf den Weg der Erkenntnis zu machen!“

 

Marc-Uwe Kling

Känguru-Apokryphen

Ullstein 2018

 

208 S. – 9,00 €

 

Mehr zum Buch: http://bit.ly/känguru_kling

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